Hi Folks,
viele hätten es nicht für möglich gehalten, aber ich schreibe wieder einen Blogeintrag. Es ist gelinde gesagt etwas her, dass ich für JA!gen in die Tasten gehauen habe. Nur Anne hat das Heft hoch gehalten und einen Hattrick hingelegt. Jetzt wird es Zeit, dass ich von der Tribüne auf das Spielfeld trete und wieder von mir hören lasse. Lesen Sie hier, was sich bei mir in den letzten Wochen so getan hat.
Die Scheibenwelt
Wissen Sie, einer meiner Arbeitskollegen (ein Gruß an dich, DIT) sagte einst zu mir: Fuck all, Urlaub auf Balkonien – ein Tapetenwechsel ist alles. Oder so ähnlich. Ich glaube ohne dieses “Fuck all”, aber es geht in die Richtung. Mein letzter Urlaub außerhalb der eigenen vier Wände ist sechs Jahre her, und das war in Husum an der Nordsee (wo ich übrigens im Elternhause von Radio-Moderator Frank Bremser (R.SH) wohnte). Bis vor einiger Zeit war ich auch der Meinung, dass man nicht weg fahren muss, um die Akkus aufzuladen. Aber das ist total falsch. Denn im Quartier auf Deck sieben der U.S.S. Lübeck zu bleiben, bietet ungefähr so viel Erholung wie eine Woche Whirlpool mit Lwaxana Troi. Jeder Stapel Papier, jeder Zettel auf der Korkwand sind Damoklesschwerter und erinnern an Arbeit.
Deswegen sind meine Freundin Anne und ich im Oktober (Hüstl, Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser wie zeitnah ich meine Blogeinträge schreibe) gemeinsam raus gefahren und haben fünf Tage in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Aber dazu hat Anne bereits etwas geschrieben (“urlAub, skAt und ikeA” >>>Anne macht Ferien!). Das war für mich doppelt interessant. Erstens war es mein erster Urlaub mit Anne (die FedCon nicht mitgerechnet) und zweitens hatte ich in Annes Vater jemanden gefunden, der Computer und all den Hardware-Kram liebt und ein Nerd ist. Wenn Herr Schulz und ich uns unterhalten, ist das für Anne schrecklich. Dagegen ist das für mich total interessant, etwas über die neusten Techniken zu erfahren und besonders einen Blick auf zum Beispiel neue 3-D-Kameras zu werfen. Kurz und knapp:
- Sonntag: Ankunft
- Montag: Rostock und Warnemünde
- Dienstag: Spaßbad in Wismar
- Mittwoch: Polen inklusive Einkauf und Navi-Spaß.
- Donnerstag: Rückfahrt

Es kommt nicht auf die Größe an...
Und wissen Sie was? Es war gut, dass ich während den Autofahrten nicht ein einziges Mal die Fensterscheibe der Fahrertür geöffnet habe. Denn, was dann passiert wäre, wurde mir am Donnerstag klar.
Nach einem typisch guten Schulz-Frühstück, luden wir mit unseren Sachen plus erworbenen, erlesenen Stoffen aus Polen das Auto voll. Wie es sich gehört, betätigte ich den automatischen Scheibenheber meines Skodas und ließ die Scheibe runter. Ich sagte “Tschüss, Herr Schulz” und winkte zum Abschied. Wie aus Tausendundeiner Fahrt wollte ich die Scheibe wieder nach oben fahren, als ich nur noch ein dreckiges Knirschen aus der Tür hörte. Knirsch, Knirsch, Knirsch… In diesem Moment bewegte sich alles, nur nicht die Scheibe der Fahrertür. Oh je, fuhr es mir durch den Kopf. Wieso passierte so etwas immer im Urlaub?
Und so war es dann: Die Scheibe ging nicht mehr hoch. Mein anfänglicher Optimismus, dass man die Scheibe hoch drücken und somit nach Lübeck – über Rostock (Ikea) – fahren könnte, wurde jäh durch das etappenweise Herunterrutschen der Scheibe während der Fahrt zerstört. Es war wie ein Kampf gegen Windmühlen: Hatte ich die Scheibe nach oben gedrückt, rüttelte sie das nächste Schlagloch wieder nach unten. So blieb mir nur der Gang zur Werkstatt, der pauschal 30 Euro kostete. Man könnte auch von der Auto-Praxisgebühr sprechen…

Ich weiß jetzt schon, dass es nicht bei 30 Euro bleibt...
Nach einem Kaffee für mich und für Anne ein Wasser, war die Scheibe provisorisch hochgezogen und mit Panzer-Tape befestigt worden. Die Diagnose: Der Motor in der Tür funktionierte, aber die Bautenzüge, über die die Scheibe befördert wurde, waren gerissen. Leider hätte man kein Ersatzteil auf Lager, weswegen man die Reparatur doch bitte in Lübeck durchführen lassen solle. Nun gut, in Lübeck kamen dann für die Bautenzüge und das Auswechseln knapp 300 Euro auf mich zu. Ein Grund mehr, mit dem Fahrrad zu fahren :-/

Ein Knebel für die Scheibe
Der ist doch nicht ganz dicht!
Liebe Leserinnen und Leser, ich kann nicht kochen. Und nicht backen. Ich würde zwar nicht verhungern, aber mit meiner Kreativität im Umgang mit Essen könnte ich das “Podehl’s” innerhalb von nur einem Tag wieder schließen. Während Anne mit verdrehten Augen neben mir steht und ich zu kochen versuche, war ich stolz, unseren Freunden eines Abends eine selbst zubereitete Pizza zu präsentieren. Dabei habe ich selbst probieren können, welch ein geschmacklicher Unterschied zwischen einer Pizza besteht, die “durch” ist und einer Pizza, die “nicht durch” ist.
Was meine ich damit? Wissen Sie, ich habe einen Ofen, der so dicht ist wie ein Nudelsieb. Wenn ich mich vor die Herdtür stelle, merke ich wie die heiße Luft durch die schlechte Türdichtung von unten nach oben steigt und mir wie Marilyn Monroe die Klamotten nach oben weht. Deswegen war das Pizza-Resultat eine Mischung aus “Hmmmmm!” und “Bähhh!” Beim zweiten Versuch war ich kreativ. Als Ingenieur weiß man sich zu helfen:

Immer noch ein Energieverlust, aber besser als nichts...
Ade e!Scope, Ade TrekZone
Tja, und aus dem Ingenieursstudium wurde dann schließlich das Arbeitsleben. Wissen Sie, ich hätte niemals gedacht, dass die Arbeit zwangsläufig immer mehr Hobbys verdrängt. War ich früher Betreuer der TrekZone Literatur-Ecke und Chefredakteur des e!Scope-Magazins, habe ich beide Posten dieses Jahr abgegeben.
Zugegeben, es ist nicht nur die schwindende Zeit, verschuldet durch die Vierzigstundenwoche. Es ist auch die Kraft und letzten Endes die Motivation, die ihr übriges tut. Besonders deshalb war ich so überrascht, dass mir zum Abschied meine TrekZone-Kollegen ein tolles Geschenk machten: ein Set wirklich genialer “Star Trek”-Gläser, die bei Annes und meinem privaten Trek-Abenden etwas hermachen werden. Also, Jungs, vielen Dank dafür!

Prost Long And Prosper!
Nimm mal ‘nen kräftigen Zug…
Und Sie kennen es ja bereits: Ich bin Berufspendler und fahre täglich 180 Minuten mit Fahrrad/Bus, Bahn und U-Bahn. Während ich um sechs Uhr morgens schon auf dem Weg zum Lübecker Bahnhof bin, drehen sich dreiviertel meiner Arbeitskollegen im Bett noch einmal rum. Aber ich bin ja selbst schuld, ich könnte ja nach Hamburg ziehen… Jedoch: Mir würde so viel Interessantes entgehen, würde ich nicht mit der Bahn fahren.
Hier einmal meine persönlichen Highlights zwischen dem 1. Oktober und 9. Dezember 2011
- Aus mir unbekannten Gründen ist gegen 16 Uhr der Hauptbahnhof in Hamburg gesperrt. Nichts geht mehr. Alle Fahrgäste müssen das Bahngelände sofort verlassen. Keiner erklärt irgendetwas. Niemand weiß irgendetwas. Kein Zug fährt mehr. Die Sperrung dauert über eine Stunde.
- Wir können nicht fahren, weil Türen nicht zugehen.
- Wir können nicht fahren, weil der Schaffner nicht an Bord ist, da er selbst aus vorheriger Fahrt Verspätung hat. Natürlich erfahren die Passagiere davon erst, als der Schaffner letzten Endes mit 20minütiger Verspätung den Zug besteigt und eine Durchsage macht.
- In Bad Oldesloe (zwischen Hamburg und Lübeck) bleibt der Zug stehen. Es wird hingewiesen, dass sich vor dem Lübecker Hauptbahnhof Menschen auf den Gleisen befänden. Wir erfahren, dass wir noch bis Reinfeld (unmittelbar vor Lübeck) fahren und dort aussteigen sollen. Schienenersatzverkehr wäre eingerichtet. Dort angekommen, sind die Bahnsteige zum Bersten gefüllt mit Passagieren aus den vorausfahrenden Zügen. Wie mir zu Ohren gekommen ist, ist der Schienenersatzverkehr nur die halbe Wahrheit: Ganze drei Busse sind jede halbe Stunde gefahren, um über 500 Leute nach Lübeck zu bringen… Zum Glück sind die Personen auf den Gleisen vor Lübeck von der Polizei schnell inhaftiert worden, und es geht weiter. Am Traurigsten finde ich aber, dass Anne, die mich am Lübecker Hbf hat abholen wollen und mit mir telefoniert, über die Lage besser informiert gewesen ist als die Schaffnerin im Zug. Was sagt das über die Kommunikation aus?
- In Bad Oldesloe (zwischen Lübeck und Hamburg) bleibt der Zug stehen, alle Fahrgäste müssen den Zug verlassen: Der Schaffner hat eine Tasche gefunden, die scheinbar keinem Passagier gehört [hier muss ich den Schaffner loben, ich fand es trotz des Murrens der anderen x-hundert Fahrgäste korrekt].
- Morgens ist in Lübeck eine Überlandleitung defekt. Kein Zug kann Lübeck anfahren oder verlassen…
- Ein sehr trauriges, negatives “Highlight”, bei dem mir wirklich mulmig und wieder klar geworden ist, dass seelische Probleme und Sorgen sehr leicht als Durchhänger oder Spinnerei abgetan werden. Ich vermag die Beweggründe nicht zu greifen und hoffe es auch niemals zu tun: Ein Mensch begeht Suizid, indem er sich vor den Zug zwischen Lübeck und Hamburg schmeißt…
Gestern hat es in Lübeck das erste Mal in diesem Winter geschneit, und ich vermag mir nicht auszumalen, was mich dieses Jahr noch erwartet – aber ich könnte ja nach Hamburg ziehen, da ist ja bekanntlich alles besser…

Niemand weiß warum, wir warten. Und niemand wird es je erfahren...
Paranormale Phänomene in der Zeit
Ja, ich bin ein Freak, Geek, Nerd oder was weiß wie man diese Gattung Mensch einordnen soll. Und so waren Anne und ich Halloween wieder geschminkt unterwegs. Zuvor haben wir aber bei Toys’re us ein paar schöne Sachen gekauft. Aufgrund Annes großem Hirn ist bei jedem schlechten Argument im wahrsten Sinne des Wortes “Sense”…

She has a "Sense" of Humor - there is Brain… but where is Pinky?
Da Anne gerade auf dem “Dead Space”-Trip ist (“Dead Space” ist so ein fürchterliches Alien/Zombie-Bäh-Kram-Metzgerspiel) hier mal ein Foto vom Hamburger Dom. Wer sieht wohl fürchterlicher aus: Anne oder dieser Necromorph im Hintergrund? Ein Necromorph ist übrigens so ein fieses Vieh aus “Dead Space” und “Dead Space 2″. Für mich ist das nichts, ich bevorzuge Spiele wie “Fifa 2012″ oder “Batman: Arkham Asylum” und “Arkham City”, wobei ich da auch merke, dass ich kein langatmiger Taktier, sondern kurzzeitiger Kicker bin. Ich bin sicher, Anne wird das eine oder andere Wort zu “Dead Space” hier im Blog noch von sich geben.

Necromorph vs. Anne - wer ist da wohl schlimmer?
Und was fällt dem Kinogänger zu “Paranormalen Phänomenen” ein? Vor gut einem Monat lief in den Kinos “Paranormal Activity 3″ an, ein Film, auf den ich mich persönlich sehr gefreut hatte. War Teil eins wirklich sensationell (und erinnert an “Blair Witch Project”) und das Ende des zweiten Teils sehr intelligent und originell, wollten Anne und ich wissen, wie es in Teil drei weiterging. “Paranormal Activity 3″ erzählt bekanntlich die Vorgeschichte zum zweiten Teil, der wiederum die Vorgeschichte zum ersten Teil erzählt; ein sogenanntes Prequel. Im Fokus der Handlung stehen die Geschwister Katie und Kristi, die in den Bann eines Dämons geraten und immer wieder heimgesucht werden. Alle drei Teile wurden mit einer Handkamera produziert, was dem Ganzen noch einen ganz besonderen Hauch von Authentizität verleiht.
Doch meinte es der Kino-Gott nicht gut mit uns. Anne und ich machten den Fehler und gingen in die Freitagvorstellung um 19:40 Uhr. Perfekte Zeit für pubertäre Bübchen und Mädchen, um bei jeder Schockszene zu gackern, lachen und zu klatschen. So wurde aus einem ernsten Horrorfilm eine Lachnummer, in der mir letzten Endes die Hutschnur platzte und ich die beide jungen, tratschenden und gackernden Damen neben mir mit einem Wutanfall zum Schweigen brachte. Wissen Sie, ich gehe mal ins Kino, aber dieser Abend war leider ein großer Reinfall. Schade, da ich sonst eigentlich immer gute Erfahrung mit dem Kino gemacht hatte.
Am letzten Freitag waren wir dann in dem Film “In Time – Deine Zeit läuft ab” (Justin Timberlake, Cillian Murphy, Amanda Seyfried) und haben einen wirklich tollen Endzeitfilm gesehen. Wenn Sie eine originelle Story und intelligente Zukunftsvision à la “Logan’s Run” oder “Sleep Dealer” sehen wollen, dann lege ich Ihnen “In Time” ans Herz. Hat uns beiden viel Spaß gemacht.
So, liebe Leserinnen und Leser, ich muss jetzt ins Bett und morgen wieder ausgeschlafen ans Werk gehen. Ihnen einen schönen Restsonntag und einen guten Start in die Woche!
Live Long And Prosper
Jörn